Mit einem einzelnen GPS- oder GNSS-Empfänger kann weltweit die Position auf ca. 5-10 Meter genau bestimmt werden. Wenn höhere Genauigkeiten verlangt werden, sind zwei Empfänger nötig, von denen einer auf einem bekannten Ausgangspunkt stehen muss (Referenzstation). Durch Differenzbildung bei Codemessungen kann ein Großteil der Fehler eliminiert und dadurch die Genauigkeit gesteigert werden. Um auch mit einem einzelnen Gerät diese Genauigkeit zu erreichen, kann man über verschiedene Wege Korrekturdaten beziehen.

RTK Mehr- oder Einfrequenz, DGNSS

Vorteil
Schnelle und zuverlässige Positionsbestimmung im cm-Bereich.

Nachteil
Hohe Anschaffungs- und laufende Kosten.

laufende Kosten
Ein passender Korrekturdatendienst wie z.B. "SAPOS® HEPS Hochpräziser Echtzeit Positionierungs-Service" kostet je Minute 0,10 €. Somit kostet 1 Messstunde bereits 6 €, ein ganzer Tag also fast 50 €.

Hinweis
Kommunen, die einen Vereinbarung über die Nutzung von Geobasisdaten haben, sollten prüfen, ob die SAPOS-Dienste mit eingeschlossen sind. Bei den meisten bayerischen Kommunen ist dies der Fall, womit die Nutzung von SAPOS zu keinen weiteren Kosten führt.

Genauigkeit
RTK mit NTRIP erreicht einen horizontalen RMS von 0,8 - 2 cm.

Einsatzzweck
Genaue Positionsbestimmung vieler Messpunkte unter Zeitdruck und in schwierigem Umfeld.

Beispiele
- Leitungskataster
- Auffindung von Grenzzeichen

Vorteil
Wenn ein solcher Empfänger einen RTK-Fix berechnen kann, so liegt die Genauigkeit im Bereich weniger cm. Dabei liegen die Anschaffungskosten weit unter denen eines RTK-Mehrfrequenzempfängers.

Nachteil
Da für die Berechnung der RTK-Position nur eine Frequenz je Satellitensystem zur Verfügung steht, kann je nach Situation die Initialisierungszeit zwischen 1 - 10 Minuten schwanken. Unsere Mehrfrequenzgeräte benötigen dazu etwa 10 Sekunden.
Zusätzlich sind diese L1-RTK wesentlich empfindlicher, was Abschattungen und Reflexionen betrifft. Wo ein Mehrfrequenzempfänger noch eine RTK-Position berechnen kann, z.B. unter einem Baum oder nah an einem Gebäude, da ist für L1-RTK schon lange Schluss.

laufende Kosten
Ein passender Korrekturdatendienst wie z.B. "SAPOS® HEPS Hochpräziser Echtzeit Positionierungs-Service" kostet je Minute 0,10 €. Somit kostet 1 Messstunde bereits 6 €, ein ganzer Tag also etwa 50 €.

Hinweis
Kommunen, die einen Vereinbarung über die Nutzung von Geobasisdaten haben, sollten prüfen, ob die SAPOS-Dienste mit eingeschlossen sind. Bei den meisten bayerischen Kommunen ist dies der Fall, womit die Nutzung von SAPOS zu keinen weiteren Kosten führt.

Genauigkeit
L1-RTK mit NTRIP erreicht einen horizontalen RMS von 2 - 5 cm.

Einsatzzweck
Genaue Positionsbestimmung von wenigen Messpunkten ohne Zeitdruck und in meist freiem Umfeld.

Beispiele
- Einmessung von Bodenproben in der Landwirtschaft
- Passpunkte für Luftbildaufnahmen

Vorteil
Über NTRIP erhält man Korrekturen für GPS und GLONASS. Somit stehen wesentlich mehr Satelliten für die Positionsbestimmung zur Verfügung als bei der Nutzung von SBAS.

Nachteil

Für den Empfang von NTRIP benötigt man eine Internetverbindung. Steht diese nicht zur Verfügung, erreicht man auch nicht die gewünschte Genauigkeit. Die meisten Empfänger schalten dann automatisch zurück auf den Empfang von SBAS-Korrekturen.

laufende Kosten
Ein passender Korrekturdatendienst wie z.B. "SAPOS® EPS Echtzeit Positionierungs-Service" kostet je nach Bundesland 0 - 150 € / Jahr.

Genauigkeit
DGNSS mit NTRIP erreicht einen horizontalen RMS von 0,3 - 1 m.

Einsatzzweck
Positionsbestimmung im Submeterbereich mit geringen Investitionskosten und in schwierigem Umfeld.

Beispiele
- Baumkataster
- Biotopkartierung
- Forstwirtschaft

Vorteil
vom DGNSS mit SBAS besteht darin, dass die kostenlosen EGNOS-Korrekturdaten genutzt werden. Es ist kein zusätzlicher Korrekturdatenempfänger und keine Internetverbindung notwendig. Somit ist diese Variante die günstigste.

Nachteil
Leider gibt es auf diesem Wege momentan nur Korrekturdaten für GPS, nicht für die weiteren Satellitensysteme. Da die SBAS-Satelliten recht flach über dem Horizont stehen, kann es vorkommen, dass das Signal wegen Abschattung (z.B. durch Gebäude oder Wald) nicht nutzbar ist. Dies führt dann zu einem Verlust an Genauigkeit. Um diesen Nachteil auszugleichen, speichert unser DGNSS-Empfänger die Korrekturdaten bis zu 30 Minuten um solche Aussetzer zu vermeiden.

laufende Kosten
keine

Genauigkeit
DGNSS mit SBAS erreicht einen horizontalen RMS von 0,3 - 1 m.

Einsatzzweck
Positionsbestimmung im Submeterbereich mit geringen Investitionskosten, ohne laufende Kosten und in einfachem Umfeld.

Beispiele
- Biotopkartierung
- Landwirtschaft

Vorteil
Bei BEACON werden die Korrekturdaten für GPS und GLONASS über Mittelwelle gesendet. Somit muss keine Sichtverbindung zu einem bestimmten SBAS-Satellit bestehen. Es muss auch keine Internetverbindung wie bei NTRIP vorhanden sein. Somit sind die BEACON-Korrekturdaten wesentlich zuverlässiger zu empfangen, als die EGNOS-Signale. Zusätzlich ist BEACON kostenfrei nutzbar.

Nachteil
Für den Empfang benötigt man einen Beacon-Empfänger und eine zusätzliche Mittelwellenantenne. Beides erhöht das Gewicht und natürlich die Kosten der GNSS-Ausrüstung.

laufende Kosten
keine

Genauigkeit
DGNSS mit Beacon erreicht einen horizontalen RMS von 0,3 - 1 m.

Einsatzzweck
Positionsbestimmung im Submeterbereich ohne laufende Kosten und in schwierigem Umfeld.

Beispiele
- Baumkataster
- Biotopkartierung
- Forstwirtschaft